Erleichterung gefordert – Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Kehl. Bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf dem Arbeitsmarkt im Raum Straßburg/Ortenau ist schon viel erreicht worden. Wie sich am Montag bei einer Veranstaltung in Kehl mit Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen bei der Bundesagentur für Arbeit, aber zeigte, bleibt bei der gegenseitigen Anerkennung von Berufsabschlüssen noch viel zu tun – gerade bei nichtakademischen Berufen, bei denen die Ausbildung auf deutscher Seite in der Regel nach dem Dualen System erfolgt.

Die Veranstaltung fand nicht ohne Grund in den Räumen der zu den Badischen Stahlwerken gehörenden BSW Anlagenbau und Ausbildung GmbH (BAG) im Kehler Hafengebiet statt. Bemüht man sich dort doch seit Jahren, Mitarbeiter aus dem Elsass zu qualifizieren und sorgt dann für eine Weiterbeschäftigung.

Nachwuchsgewinnung

Daniel Terzenbach lobte zwar ausdrücklich die zahlreichen Bestrebungen bei der grenzüberschreitenden Kooperation in der Region: „Das ist Europa.“ Gleichzeitig machte er jedoch darauf aufmerksam, dass die Gewinnung von qualifizierten Nachwuchskräften für die Wirtschaft eine enorme Herausforderung darstellt. Der Gast aus der Nürnberger Agenturzentrale erinnerte daran, dass nach Berechnungen im Jahr 2027 die Zahl der Beschäftigten, die dann in den Ruhestand gehen werden, bundesweit um 750.000 größer sein wird als die Zahl der neuen Auszubildenden.

Andreas Volkert, Geschäftsführer der Badischen Stahlwerke, unterstrich, dass man genau aus diesem Grund erhebliche Anstrengungen unternehme, um neue Arbeitnehmer auch aus Frankreich zu gewinnen. Das hänge auch mit den enormen Steigerungen bei der BSW-Stahlproduktion zusammen. Noch in den 1960er- Jahren seien jährlich rund 500.000 Tonnen Betonstahl von dem Unternehmen produziert worden. Mittlerweile habe man eine Jahresproduktion von rund 2,4 Millionen Tonnen erreicht.

Seit 2019 bietet die BAG in Kooperation mit der IHK Südlicher Oberrhein, dem in Kehl ansässigen Service für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung und dem Netzwerk Eures-T eine Weiterbildung für Franzosen mit Berufserfahrung an. Die Teilnehmer sollten – inklusive ihrer Ausbildung im deutschen Nachbarland – eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung und ein Mindestalter von 25 Jahren haben. Wie BAG-Ausbildungsleiter Michael Enderle erläuterte, dauert diese Maßnahme zwei Jahre. Die Agentur für Arbeit Offenburg hilft in Kooperation mit der französischen Arbeitsverwaltung Pôle emploi bei der Auswahl der Teilnehmer und gibt auch Zuschüsse. Konkret geht es um eine Weiterbildung zum Verfahrenstechnologen in den Bereichen Metallurgie und Warmumformung. Bei dieser Schulung werden nicht nur die beruflichen Fähigkeiten der Betroffenen in Theorie und Praxis vertieft. In langen Unterrichtsphasen werden auch Kenntnisse der deutschen Sprache vermittelt. Wie Enderle hervorhob, nehme man sich viel Zeit, um den individuellen Kenntnisstand der Teilnehmer zu eruieren, um so eine optimale Förderung gewährleisten zu können.

Am Ende des Kursus finden theoretische und praktische Abschlussprüfungen statt. Und hier beginnen die Probleme. Denn der Abschluss der Franzosen wird nicht von der in Nürnberg ansässigen IHK Einrichtung FOSA anerkannt. Diese Institution ist bundesweit für die Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsabschlüsse zuständig. Die Zustimmung der FOSA ist aber notwendig, um eine Anerkennung nach dem „Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz“ (BQFG) zu bekommen.

Große Erfolgsquote

Da die Verantwortlichen der BSW dabei auf Granit gestoßen waren, nutzen sie einen anderen Weg, um den französischen Absolventen einen Abschluss zu geben. Es gibt jetzt eine Anerkennung der Gleichwertigkeit des Titels durch die IHK Südlicher Oberrhein. Das Problem: Möglicherweise wird das von anderen deutschen Kammern aber nicht anerkannt. Wie Enderle und BSW-Chef Volkert betonten, habe man mit diesem Modell bisher arbeiten können – und Erfolge erzielt. So habe man, was die Abschlüsse betrifft, eine überdurchschnittliche Erfolgsquote.

Gleichwohl forderten BSW-Vertreter, aber auch Experten der Agentur für Arbeit eine Änderung des BQFG. Dieses sei in der jetzigen Form nicht geeignet, um gerade nichtakademische Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Man wünscht für Grenzgebiete wie den Raum Straßburg/Ortenau Erleichterungen bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen, wie auch Theresia Denzer-Urschel, Vorsitzende der Geschäftsführung bei der Agentur für Arbeit Offenburg, betonte. So könne man dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirken und den Arbeitnehmern eine anerkannte Qualifikation zuerkennen.

Denzer-Urschel stellte am Montag nochmals die Erfolge der 2013 in Kehl eingeweihten Service für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung heraus. Diese Einrichtung, getragen von der Agentur für Arbeit und dem französischen Pôle emploi, habe bereits zahlreiche Hilfen für Menschen gegeben, die einen Job im Nachbarland suchen.

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